Carl Muth

Aus Romano-Guardini-Handbuch

Carl Muth (1867-1944)

Biographie

  • 1877-1881 Gymnasium in Worms
  • 1880 Tod der Mutter und zweier Schwestern an Tuberkulose
  • 1882-1884 Internatsschule der Steyler Missionare in Steyl
  • 1883 Wiederverheiratung des Vaters
  • 1884/85 Missionsschule der Weißen Väter in Algier
  • 1887 Gymnasium in Gießen, das er ohne Abschluß verließ
  • vier jüngere Geschwister: Luise (Niederbronner Schwester Sr. Archangela)
  • 1891/92 Studium der Fächer Volkswirtschaft, Staats- und Verfassungsrecht, Philosophie, Geschichte und Literatur in Berlin
  • 1892/93 in Paris und 1893 Rom Wechsel zu historischen und kunsthistorischen Studien
  • 1893 Volontär der katholischen Zeitschrift "Germania" in Berlin
  • 1894 Redakteur der Tageszeitung "Der Elsässer" in Straßburg
  • 1894 Heirat mit Anna geb. Thaler
  • Kinder:
    • 1895 Reinhard (gefallen am 22. März 1918 in Frankreich)
    • 1897 Luise Maria Theresia, genannt "Lulu" Muth (+ 1961), seit 1923 verheiratet mit Stiefbruder von Carl Muth, Jacob Friedrich Muth (1885-1968, Direktor und Vorstandsvorsitzender der Allgäuer Alpenmilch AG, langjähriger Geschäftsführer der Alete GmbH), lebte später in Solln, Kinder: Reinhard (1926-2011), Gabrielle, verh. Bell-Muth (1931-2017)
    • 1899 Wolfgang Karl Heinrich (+ 1979), Kaufmann in München; verheiratet mit Lotte; Kinder: Christa
    • 1901 Othmar, Verleger in Erfurt, später in Bonndorf/Heidelberg; schließlich Freilassing (Sophia-Verlag)
    • ? Paul
  • 1895 Chefredakteur der Monatsschrift "Alte und neue Welt, Illustriertes Kath. Familienblatt" in Einsiedeln
  • 1898 Streitschrift "Steht die Katholische Belletristik auf der Höhe der Zeit?" unter dem Pseudonym "Veremundus"; Replik auf die entstandene Diskussion unter seinem Namen
  • 1902 Umzug nach Solln
  • 1903 Tod des Vaters
  • Oktober 1903 Begründer und Herausgeber der Zeitschrift „Hochland"
  • 1905 Einzug in das Einfamilienhaus Dittlerstraße 10
  • 1911 beschlossene Indizierung, die aber aufgrund einer Vermittlung des Münchener Nuntius Andreas Frühwirth nicht publiziert wurde
  • 1914 Verleihung des Professortitels durch König Ludwig III. von Bayern
  • 1920 Tod von Anna Muth
  • 1923 Lulu Muth zieht nach Italien
  • Muth gilt als ein vom katholischen Existentialismus geprägter Publizist

Bezug zu Romano Guardini

  • Briefverkehr ist umfangreicher als bisher, z.B. von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz angenommen (Bayerische Staatsbibliothek Nachlass Muth), vgl. auch Mooshausen (Muth an Weiger) und Nachlass Guardini (Carl Muth an Guardini, dann aber auch Muths Tochter Lulu und ihr Mann)
  • Guardini ist Beiträger im "Hochland"
  • Fugel und Muth bewohnen die Nachbarvillen in München-Solln. Zu beiden Häusern haben Josef Weiger und Romano Guardini vielfache Beziehungen;

Bibliographie zu Guardini

  1. (Kürzel -th): `Reaktion´ und Reaktion (Rezension zu: Guardini, Interesse der deutschen Bildung an der Kultur der Renaissance), in: Hochland, München, 9/II, 1912, 12 (September 1912), S. 748-751 [neu aufgenommen] - [Rezension] - https://books.google.de/books?id=6X2snk06BBUC
    1. S. 749 ff. [historisch relevant 1912]: Muth bescheinigt dem noch anonymen Autor eine konservative, aber nicht reaktionäre Position: "Es ist nicht uninteressant, zu beobachten, wie in unsern Tagen da und dort kritische Besonnenheit Platz greift, ohne deshalb reaktionäre Formen anzunehmen. Betrachtungen dieser Art liegen auch einem Artikel der `Historisch-Politischen Blätter´ (Dezember 1911) zugrunde, der noch nachträglich einige Beachtung verdient, umso mehr, als man dort Gedanken so fein abwägender Art nicht allzu häufig begegnet. Der ungenannte Verfasser setzt sich mit dem Diederichschen Unternehmen kritisch auseinander, das Zeitalter der Renaissance unserer Zeit durch die Herausgabe ausgewählter Quellenschriften näher zu bringen, und kommt dabei zu sehr richtigen Beobachtungen und Feststellungen.... Der Verfasser ist gegen die Vorzüge und Errungenschaften der Renaissance keineswegs blind; indem er sie ins Licht stellt, zollt er ihnen sogar hohe Bewunderung. Aber mit Recht fährt er fort: `Wir danken jener neuen Art, die Dinge zu sehen, viel. Aber wir haben auch ihren Fluch verkostet, so sehr, scheint mir, dass wir ihrer müde sind´" Dann lässt Muth den anonymen Verfasser über eine ganze Seite hinweg selbst zu Wort kommen und schließt mit der Bewertung: „Wer in solcher Betrachtung den Ausdruck reaktionärer Gesinnung sehen will, der wird gut tun, auch die weiteren Ausführungen des genannten Artikels zu lesen. Es beweist nichts so sehr geistige Unreife als jeden Anlauf zur Mäßigung sofort als Reaktion zu verschreien“ Schließlich sei eine Reaktion gegen eine alleinige „Befriedigung individueller Wünsche und Leidenschaften... nicht `Reaktion´ - sondern FORTSCHRITT“.

Sekundärbibliographie

  1. Max Ettlinger/Philipp Funk/Fritz Fuchs (Hrsg.): Wiederbegegnung von Kirche und Kultur. Eine Gabe für Karl Muth, München 1927, darin mit Bezug zu Guardini:
    1. Philipp Funk: Der Gang des geistigen Lebens im katholischen Deutschland unserer Generation, S. 77-126, zu Romano Guardini S. 122 [Gerner 162] - [Artikel] - [noch nicht online]
    2. Peter Wust: Die katholische Seinsidee und die Umwälzung in der Philosophie der Gegenwart, S. 127-150, hier S. 131 (lobt Guardini als Systematiker) [Gerner 95] - [Artikel] - [noch nicht online]
    3. Anton L. Mayer-Pfannholz: Liturgie und Laientum, S. 225-240, zu Romano Guardini S. 230 und 234f. [Gerner 106] - [Artikel] - [noch nicht online]
  2. Franz Rappmannsberger: Karl Muth und seine Zeitschrift „Hochland“ als Vorkämpfer für die innere Erneuerung Deutschlands, Phil. Dissertation, München 1952, zu Romano Guardini S. 146f. [Gerner 304] - [Monographie]/[Doktorarbeit] - [noch nicht online]
  3. Piet Tommissen: Der Briefwechsel zwischen Carl Muth und Carl Schmitt, in: Politisches Denken. Jahrbuch 1998, S. 127-159, zu Romano Guardini S. 134f. (Muth kündigt einen Auszug aus dem Schildgenossen-Aufsatz „Rettung des Politischen“ von Guardini im Hoch-land an und bietet Schmitt an, den Offenen Brief, den er in petto habe, folgen zu lassen. Dieser erklärt sich dazu bereit. Am Ende ist aber weder der Auszug noch der Offene Brief erschienen) [neu aufgenommen] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=HyqCAAAAMAAJ
  4. Felix Dirsch: Das „Hochland“ - Eine katholisch-konservative Zeitschrift zwischen Literatur und Politik 1903-1941, in: Hans-Christof Kraus (Hrsg.): Konservative Zeitschriften zwischen Kaiserreich und Diktatur. Fünf Fallstudien, Berlin 2003, S. 45-96, zu Romano Guardini S. 55 und 64f. [neu aufgenommen] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=YhdoAAAAMAAJ;
  5. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Romano Guardini, Josef Weiger und Carl Muth, Vortrag in Mooshausen, 8. November 2014 [Typoskript], online-Fassung unter http://www.mooshausen.de/downloads/cmuth/2014-tagung/hanna_barbara_gerl_falkovitz.pdf; jetzt überarbeitet auch in: dies.: Geheimnis des Lebendigen. Versuche zu Romano Guardini, Heiligenkreuz 2019, darin: 7. Eine nicht ganz enge Beziehung. Romano Guardini, Josef Weiger und Carl Muth [Guardini-Monographie] - [noch nicht online]

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