Vorlage:2001 Sekundärbibliographie Philosophie
Aus Romano-Guardini-Handbuch
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- [2001-000] Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz: Grenze und Grenzüberschreitung bei Paul Tillich, in: Johannes Rohbeck (Hrsg.): Auf dem Weg zur Universität: Kulturwissenschaften in Dresden 1871-1945, 2001, S. 114 ff. [neu aufgenommen] – [Artikel] - https://books.google.de/books?id=ulLbAAAAMAAJ; zu Romano Guardini:
- S. 114 f.: „Es ist bedenkenswert, daß ein Zeitgenosse von Paul Tillich, nämlich Romano Guardini (1885-1968), diese zweite Bestimmung von Grenze in den zwanziger Jahren in Berlin entwickelt hat. Auch ist erstaunlich, wie vielfach sich die Lebenslinien und die Denkwege beider überkreuzen, ohne daß dazu ein Vergleich in der Forschung unternommen worden wäre, wie er schon für Karl Adam, Erich Przywara und Guardini[1 Vgl. Karl-Heinz Wiesemann, Zerspringender Akkord. Das Zusammenspiel von Theologie und Mystik bei Karl Adam, Romano Guardini und Erich Przywara als theologische Fuge, Würzburg 2000 (Studien zur systematischen und spirituellen Theologie, 26).] oder (andeutend) auch schon für Karl Barth und Guardini[2 Vgl. Hans Urs von Balthasar, Karl Barth, Einsiedeln (4)1976, 338-355.] besteht. Tillich und Guardini, beides Theologen, wenn auch durch die Konfession getrennt, lehren zeitgleich in Berlin an der Friedrich-Wilhelm-Universität (heute Humboldt-Universität), Guardini ab 1923, während Tillich sie 1925 zugunsten Dresdens verläßt; dennoch scheinen sie sich nicht begegnet zu sein. Guardini entwickelt in seiner Methodenschrift von 1925 Der Gegensatz. Versuche zur einer Philosophie des Lebendig-Konkreten jenen Begriff der Grenze, der dienlich sein kann, ihn von Tillichs Begriff der Grenze zu unterscheiden: Grenze als Selbstgewinn. Als Phänomen des (später thematisierten) »Endes der Neuzeit« tritt Guardini nämlich die Grenze in den Blick, aber nicht die mit Widerwillen eingeräumte, sondern die bejahte. Die »Grenze zum Gesetz der Vollkommenheit machen«: Dieses Leitmotiv findet sich abgewandelt in der Wendung von der »Form durch Schranke«.[ Romano Guardini, Der Gegensatz . Versuche zu einer Philosophie des Lebendig–Konkreten, Mainz 31985 (11925), 208.] Seinerzeit war es möglich, solchen Gedanken ein »romanisches Formbedürfnis« zu unterstellen; aus der heutigen, vermehrt kulturkritischen Distanz ist es jedoch möglich, darin Guardinis Sinn für die Grundgefahr einer Epoche zu sehen, die sich in ihren ursprünglich kraftvollen und gefährlichen Anlagen überschlug. Für die »Maßlosigkeit« des neuzeitlichen Ausgriffes auf Welt schlägt Guardini umgekehrt einen Verzicht vor: Erst im Verzicht auf eine seit langem eingeübte Unendlichkeit des Wollens (gleich Unmaß) gelingt das Entscheidende, »die Sättigung des Endlichen mit Vollendung«.[4 Ebd.] Das letztlich bewegende Ziel des Guardinischen Entwurfes meint nicht allein das Aufbrechen der nur anthropozentrischen Sicht, sondern die souveräne Neufassung beladener und belastender Begriffe wie Grenze, Schranke, Endlichkeit, Zucht, Mitte, Maß. Behauptet wird das Eröffnen von Zukunft durch die angenommene Grenze. In dieser paradoxen Überlegung liegt die eigentliche Frucht des Gegensatzdenkens vor. Denn »Grenze« soll nicht matt erduldet werden, sondern freiwillig, mit Kraft und Bewußtheit gesucht werden. Wie diese Konzeption dem Berlin der Mitte der zwanziger Jahre zuzuordnen ist, kann hier nicht ausgeführt werden.[5 Vgl. dazu die vorzügliche Arbeit von Alfons Knoll, Glaube und Kultur bei Romano Guardini, Paderborn 1993.]“
- [2001-000] [Spanisch] Alfonso López Quintás: La verdadera imagen de Romano Guardini: ética y desarrollo personal, Barañáin (Navarra) 2001. - 264 S. (Astrolabio; 292) [Brüske 265] - [Guardini-Monographie] - https://books.google.de/books?id=X2lzAAAACAAJ
- Auszüge:
- La nueva imagen de Romano Guardini, y su fecundidad para el momento actual - http://www.hottopos.com/convenit/lq2.htm
- La Vida Ética y el Desarrollo de la Persona según Romano Guardini - http://www.hottopos.com/harvard4/quintas.htm
- Rezensionen:
- [2003-000a] [Spanisch] Carlos Baciero: Rezension zu: López Quintás, La verdadera imagen de Romano Guardini, in: Estudios eclesiásticos. Revista teologica de investigación e información, 78, 2003, 304, S. 170-171 [neu aufgenommen] - [Rezension] - https://books.google.de/books?id=AsPcV2EhTUQC
- Auszüge:
- [2001-000] Robert Josef Kozljanič: Kunst und Mythos. Lebensphilosophische Untersuchungen zu Ernesto Grassis Begriff der Urwirklichkeit, 2001 [neu aufgenommen] - [Monographie] - https://books.google.de/books?id=znoYMA-ZLmEC; zu Romano Guardini S. 284 f. im Kapitel VI. Die multipolare Einheit der Urwirklichkeiten. 2. Polarität und Widerspruch (Polarität ist kein absoluter Widerspruch)
- [2001-000] Hans Maier, Politische Religionen – ein Begriff und seine Grenzen, in: Die Neue Ordnung, 2001, 3 (Juni 2001), S. 164-175 [Artikel] - https://die-neue-ordnung.de/webarchiv/web.tuomi-media.de/dno2/Dateien/NO301.pdf; zu Romano Guardini:
- S. 170: "Eine weitere Parallele zwischen Religion und totalitären Bewegungen stellt die Verheißung des Heils und die Gestalt des Heilbringers dar. Romano Guardini hat diesen Zusammenhang 1946 in seiner Schrift „Der Heilbringer“ herausgearbeitet. Die Weise, wie der Nationalsozialismus von Blut, Rasse und Erde spricht, enthüllt, daß eine religiöse Dimension im Spiel ist. „Geheimnis des Blutes“, „ewiges Blut“, „heiliges Blut“ – Vokabeln dieser Art finden sich auf Schritt und Tritt. Der Mythos braucht einen Verkünder und Verkörperer: Er wird gefunden in Adolf Hitler. Der „Meldegänger Gottes“, wie er zu Beginn der „Bewegung“ genannt wird, ist fähig, zu allem Kraft zu geben. Wo vorher im Hause der Herrgottswinkel mit dem Bild des Gekreuzigten gewesen war, soll jetzt der „Gotteswinkel“ eingerichtet werden; in ihm erscheint zusammen mit dem Hakenkreuz, das Bild Hitlers. In einer den „Deutschen Christen“ überlassenen Kapelle steht das Bild des „Führers“ auf dem Altar selbst. Der Gruß „Heil Hitler!“ kann nach Guardini zum einen so gedeutet werden, daß Hitler Heil gewünscht wird, zum anderen aber auch so, daß Hitlers Heil über den, dem man gerade begegnet, kommen möge."
- [2001-000] [Englisch] Dennis McCort: Going beyond the Pairs. The Coincidence of Opposites in German Romanticism, Zen and Deconstruction, New York 2001, siehe Kapitel “Mertons `Rilke´, Rilkes `Merton´”, S. 37ff., zu Romano Guardini S. 46, 54, 64, 67, 70 [neu aufgenommen] - [Monographie] - https://books.google.de/books?id=J8Eqx018HzEC
- [2001-000] Michele Nicoletti: Die politische Theologie Carl Schmitts und die mimetische Theorie René Girards, übersetzt aus dem Italienischen von Jutta Hess Tomasi, in: Bernhard Dieckmann (Hrsg.): Das Opfer - aktuelle Kontroversen. Religions-politischer Diskurs im Kontext der mimetischen Theorie; deutsch-italienische Fachtagung der Guardini-Stiftung in der Villa Vigoni 18. - 22. Oktober 1999, Münster u.a. 2001 (Beiträge zur mimetischen Theorie; Bd. 12), zu Romano Guardini S. ??? [neu aufgenommen] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=tCTJmd9Va30C
- [2001-000] Johannes Schwarte: Dynamisierung des christlichen Menschenbildes, in: Die Neue Ordnung, 2001, 2 (April 2001), S. 117-130 [Artikel] - https://die-neue-ordnung.de/webarchiv/web.tuomi-media.de/dno2/Dateien/NO201.pdf; zu Romano Guardini:
- S. 124: "Romano Guardini (1855-1968) betont ebenfalls mit Nachdruck den Werdecharakter des Menschen: „Unser Leben besteht in der Form des Werdens. Was zu sein mein Wesen ausmacht, bin ich nicht von vornherein, sondern werde es im Lauf der Zeit (...). Werdend will ich ich selbst werden. Ich habe das Bewußtsein, nichts in der Welt vermag mir Ersatz zu leisten, wenn ich dieses verfehle (...). Ich kann mich selbst lebend nur verwirklichen, wenn ich über mich hinausgehe zu dem, was ich nicht bin; zum Seienden mir gegenüber: zu den Dingen, zu den Menschen, zu den Ideen, zu den Werken und Aufgaben (...). Die besondere Struktur des Lebens, aus welcher jene Spannungen hervorgehen, gibt dem Werdevorgang einen eigenen Charakter: er ist nicht selbstverständlich. Er ist gefährdet; und zwar eben durch die Qualität seines Wesens.“
- [2001-000] [Italienisch] Silvano Zucal: 'Lo spirito fiorisce quando la vita non inaridisce': Romano Guardini interprete di Nietzsche, in: Destinazioni: attualita e inattualita del pensiero di Friedrich Nietzsche, Rapallo: Zona, 2001, S. 155-176 [neu aufgenommen] - [Artikel] - [noch nicht online]
Zu: Vom Wesen katholischer Weltanschauung (1923/1953)
- [2001-000] Peter Hofmann: Romano Guardinis "katholische Weltanschauung". Der schmale Grat zwischen philosophischer Begründungsrationalität und Glaubensvernunft, in: Theologische Quartalschrift, Donauwörth, 181, 2001, 1, S. 50-71 [Brüske 456] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=PqYkAQAAIAAJ und http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/thq_2001#p=58
Rezensionen zu: Welt und Person (1939)
- [2001-000] Eva Remenyi: Welt und Person bei Romano Guardini: Die Relevanz seiner Begriffsdeutung für den Religionsunterricht Freiburg, 2001, 88 Bl., Hochschulschrift: Freiburg i. Breisgau, Univ., Wiss.-Arbeit, 2001 [neu aufgenommen] - [Guardini-Monographie] - [noch nicht online]
- [2001-000] [Französisch] B. Clarot: Rezension zu: Guardini, Welt und Person, ital., in: Nouvelle revue théologique, 123, 2001, S. 490f. [neu aufgenommen] - [Rezension] - https://books.google.de/books?id=5f7YAAAAMAAJ
Rezensionen zu: Das Ende der Neuzeit (1950)
- [2001-000] Heinz Angermeier: Deutschland als politisches Rätsel. Gegenwartsanalysen und Zukunftsperspektiven repräsentativer Zeitgenossen des 20. Jahrhunderts, Würzburg 2001, zu Romano Guardini: „Perspektivisches Denken in der Philosophie: Romano Guardini“ S. 287-290 (zu: Guardini, Das Ende der Neuzeit) [neu aufgenommen] - [Monographie] - https://books.google.de/books?id=z1ToCVTSonQC
- [2001-000] [Italienisch] Antonio Olmi: La fine della modernità nel pensiero di Romano Guardini e di Gianni Vattimo, in: Sacra doctrina. Studio generale domenicano di Bologna, 46, 2001, 6, S. 7-28 [neu aufgenommen] - [Artikel] - [noch nicht online]
- [2001-000] Hans Poser: Nihil sine ratione: Mensch, Natur und Technik im Wirken von G.W. Leibniz, 2001 [neu aufgenommen] – [Monographie] - https://books.google.de/books?id=og7lAAAAMAAJ; zu Romano Guardini:
- S. 816 mit Anmerkung S. 819: „Den Charakter neuzeitlichen Denkens, das für Heidegger – anders als etwa für seinen Zeitgenossen Guardini[4 Siehe R. Guardini „Das Ende der Neuzeit“ (1950).] – noch nicht zu Ende gekommen war, sondern erst noch seiner Vollendung zustrebte, sah Heidegger durch den „Satz vom Grund“ geprägt.“
Rezensionen zu: Verantwortung. Gedanken zur jüdischen Frage (1952)
- [2001-000] Habbo Knoch: Die Tat als Bild: Fotografien des Holocaust in der deutschen Erinnerungskultur, 2001 [neu aufgenommen] – [Monographie] - https://books.google.de/books?id=SQMMAQAAMAAJ; zu Romano Guardini:
- S. 414 f.: „Romano Guardini machte den systematischen Charakter des Judenmords zum Ausgangspunkt einer 1952 vor Tübinger Studenten gehaltenen Rede, die zu den wenigen direkten Auseinandersetzungen mit den Verbrechen in dieser Phase gehört. Das Morden sei geschehen »durch eine nach allen Seiten hin ausgebaute Apparatur der Aufspürung, Ergreifung und Vernichtung jener Menschen, auf die es abgesehen war«.[475 Romano Guardini, Verantwortung. Gedanken zur jüdischen Frage, München 1952, S. 13] Die Nationalsozialisten hätten »die Instinkte der Tiefe unmittelbar mit Ratio und Technik verbunden«.[476 Ebenda, S. 17.] Doch Guardini erkannte darin nicht ein Spezifikum des Nationalsozialismus allein, denn in Rußland seit 1917 und in China hätte sich wie zur NS-Zeit ein dem zugrundeliegendes Menschenbild durchgesetzt, das den Menschen nur als »Sache« sehe und seine »Ausrottung« »in vollkommener Kälte« zuließe.[477 Ebenda, S. 18, 22.] Im Mord an den Juden sah Guardini deshalb – ganz im Tenor der Zeit nur ein Symbol für die aus dieser Haltung resultierenden Verbrechen totalitärer Staaten. Erst nach diesem einbettenden Vorspann ging Guardini auf die deutsche Erinnerung ein, in der diese Taten unbearbeitet »wie ein stummer Block« seien: »etwas Ungeheuerliches [...], das noch vollkommen unaufgearbeitet ist«.[478 Ebenda, S. 30 f., 39.] Guardini mahnte gegen aufrechnende Sehweisen eine besondere Auseinandersetzung mit dem Mord an den Juden an, weil diese Tat sich gänzlich von den Verbrechen anderer an den Deutschen unterscheide,[479 Ebenda, S. 31 f.] solange die Verbrechen nicht aufgearbeitet würden, blieben sie als Anlagen in den Menschen präsent. Auch Guardini rückte somit die Bewältigung der Vergangenheit in den Rahmen einer Demokratisierung ein, die sich einem „Nie wieder“ verschreiben sollte.[480 Ebenda, S. 31 f.] Doch in seiner Forderung nach einer religiösen und sittlichen Aufarbeitung blieb die konkrete Verbindung zwischen Tat und Gesellschaft unklar; allein der Verweis, daß sich die Tat nicht nach »Gesetzen«, sondern durch Personen entwickelt hatte, reichte – zumal vor dem Hintergrund seiner vorhergehenden hermetisch-anonymen Deutung der Tat - nicht aus, ihre Verflechtung aufzuzeigen. Auch hier blieb die Tat eine Tat ohne Bild, verstellt durch die selbst-reflexive Beschäftigung mit der Schuldfrage und abstrahiert durch den Topos der hygienisch-perfekten Tat.“
Zu: Europa. Wirklichkeit und Aufgabe (1962)
- [2001-000] [Ungarisch] István Ancsin: Guardini - egy elfelejtett reformer; Romano Guardini: Európa - valóság és feladat (Ancsin István fordítása), in: Vigilia, 66, 2001, 10 (Oktober), S. 729-738
Rezensionen zu: Ethik (1993)
- [2001-000] [Spanisch] Mónica Codina: Rezension zu: Guardini, Ethik, span., in: Scripta theológica, Pamplona, 33, 2001, 3, S. 932-936 [neu aufgenommen] - [Rezension] - https://www.unav.edu/publicaciones/revistas/index.php/scripta-theologica/article/download/12851/14438;
- [2001-000] [Italienisch] Michele Nicoletti/Silvano Zucal: Nota all´edizione italiana, in: Guardini, Etica, Brescia 2001, S. ??? [neu aufgenommen] - [Artikel] - [noch nicht online]