Vorlage:1957 Christliche Kunst und Architektur
Aus Romano-Guardini-Handbuch
- [1957-000] Hartmut Biermann: Die Stanzen Raffaels: Versuch einer Gestaltanalyse, 1957 [neu aufgenommen] – [Monographie] - https://books.google.de/books?id=3LY1AAAAIAAJ; zu Romano Guardini zu Raffaels Disputa:
- S. 37 und Anmerkungen S. 141 f.: Guardini veröffentlicht einen aufschlußreichen Aufsatz in Briefform: Andachtsbild und Kultbild. [42.) R. Guardini: Andachtsbild und Kultbild, Ein Brief an einen Kunsthistoriker. Werkbundverl. Würzburg] Es geht ihm dabei weniger darum, historische Phaenomene zu deuten als vielmehr, zwei Typen einander gegenüber zu stellen. Raffaels Disputa rechnet er dem Andachtsbild zu. Das Bildschema der Disputa gehört seinem Ursprunge nach einem bestimmten Ort zu, nämlich der Apsis. Es gehört also ursprünglich zu den Kultbildern. Zu diesen aber gehört wesentlich der Opfervollzug. [43.) Rapp: Das Mysterienbild S. 89 [...] Guardini a.a.O. „Der Sinn des Kultbildes ist, daß Gott gegenwärtig werde.“] Diese enge Verknüpfung des Bildes mit dem Opfervollzug hebt das Bild heraus aus der bloß subjektiven Sphäre des menschlichen Erlebens, der persönlichen Begegnung, hinein in den Bereich des Objektiven. "Es geht aus vom objektiven Sein und Walten Gottes". (Guardini) Damit hängt unbedingt ein Weiteres zusammen, "das Kultbild kennt keine Psychologie im gewöhnlichen Sinne des Wortes, es hat Wirklichkeit, Wesenheit und Macht". [44.) [...]] So folgen bei Guardini noch eine Anzahl von Bestimmungen, die dem "Kultbild" einen festen Umriß geben. [45.) Das Kultbild enthält etwas Unbedingtes. Es steht im Zusammenhang mit dem Dogma, dem Sakrament, der objektiven Wirklichkeit." "Im Kultbild setzt sich das Dogma fort: die objektive, nicht aus dem "Erlebnis“, sondern aus der Vorstellung, Auslegung und Entfaltung der hl. Lehre hervortretende Wahrheit." "Das Kultbild hat Autorität. Es ist Kerygma. Es verkündet, daß der Mensch anbete.“ „Der zugehörige Ort des Kultbildes ist das Heiligtum, das Abgeschiedene und Geschlossene.“ Guardini, a.a.O.] Alle diese Bestimmungen, die Guardini anführt, setzen eins innerlich voraus, daß sie nicht als "historische historische Bestimmungen" verstanden werden, sondern als transzendente Bestimmungen.“
- S. 44 mit Anmerkungen S. 146: „Betritt man zu verschiedenen Malen den Raum, so gewinnt man den Eindruck, als sei das Bild immer gültig gegenwärtig, unabhängig vom Betrachter. Hierin wird aber noch einmal etwas von dem lebendig, was Guardini mit "Wirklichkeit", "Wesenheit und Macht" bezeichnet. [57. s. S. 75 ff. [...]].“
- [1957-000] Zur Situation der deutschen Goldschmiedekunst seit 1945, in: Deutsche Goldschmiede-Zeitung, 55, 1957, S. 292 [neu aufgenommen] – [Artikel] - https://books.google.de/books?id=PoLkAAAAMAAJ; zu Romano Guardini:
- S. 292: „Das rief ein neues Verhältnis auch zum Kirchenraum hervor. Mitmal war der Prunk des vergangenen Jahrhunderts und auch die Vorstellung, daß dies die würdigste Verehrung Gottes sei, hinweggefegt. Man stand im kahlen Raum. Und es war eine der erschütterndsten Neuerfahrungen, die gerade unserem Land widerfuhr, „was die Leere für die Erfahrung göttlicher Gegenwart bedeutet“ (Guardini). Die Sparsamkeit und Vorsichtigkeit, mit der Figuren und Geräte erneut Verwendung fanden, verwies das Goldschmiedehandwerk auf ein ebenso neues wie niveaugestochenes Feld.“
- [1957-000] Hans Carl von Haebler: Das Bild in der evangelischen Kirche, 1957, S. 124 [neu aufgenommen] – [Monographie] - https://books.google.de/books?id=HU3d_D9GESoC; zu Romano Guardini
- S. 124: „Aus dem Kultbilde wurde das Erbauungsbild. Guardini hat diese zwei Bildgattungen eingehend analysiert. Er findet: „Das Kultbild enthält etwas Unbedingtes. Es steht im Zusammenhang mit dem Dogma, dem Sakrament, der objektiven Wirklichkeit der Kirche. Man könnte verstehen, wenn der Künstler, der Kultbilder schaffen will, einer Beauftragung durch die Kirche bedürfte. Das Erbauungs- oder Andachtsbild steht im Zusammenhang mit dem persönlichen Leben ... es gehört zur Seelsorge ... es dient der religiösen Erziehung 185." Danach könnte man vielleicht sagen: wie das Kultbild der Liturgie, ist das Erbauungsbild der Predigt zugeordnet.“
- [1957-000] Niels v. Holst: Moderne Kunst und Sichtbare Welt, 1957; Neuausgabe 2013, S. 46 [neu aufgenommen] – [Monographie] - https://books.google.de/books?id=rvY_AAAAIAAJ; Neuausgabe 2013: https://books.google.de/books?id=ng-qBgAAQBAJ
- S. 46: „“Die Aufgabe, das Angesicht Gottes zu suchen, scheint im leeren Kirchenraum leichter zu gelingen als dann, wenn ein (gegenständliches) Bild den Blick hemmt“, urteilt neuerdings der Münchner Theologe Guardini. Wir werden das Problem „Abstrakte Kunst und Christentum“ später noch einmal streifen.“
- [1957-000] Hans Ansgar Reinhold: Art and the liturgy, in: Commonweal, 67, 1957, S. 631 ff. [neu aufgenommen] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=cEU8AAAAMAAJ; zu Romano Guardini:
- S. 633: „There are always, as Romano Guardini proved forty years ago, elements of play in the liturgy. These elements are representative of cosmic as well as supernatural rhythms. They must remain faint against the primary purpose of worship, kerygma and sacred action, but they must be there. Art in all its forms is their vehicle and therefore religious art has a profound responsibility not to trifle, not to become irrelevant, not to sacrifice its noble purpose to the conception of appeal, enjoyment and the more telluric urges of religious and pseudo-religious man.“
- [1957-000] Herbert Schade: Moderne christliche Kunst, in: Stimmen der Zeit, Freiburg im Breisgau, 159, 1956/57, S. 332-340, zu Romano Guardini S. 338 (Zitat zur neuesten Architektur aus Guardini, Das religiöse Bild und der unsichtbare Gott) [neu aufgenommen] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=uaPNAAAAMAAJ