Vorlage:1959 Christliche Kunst und Architektur

Aus Romano-Guardini-Handbuch
  • [1959-000] Alois Dempf: Die unsichtbare Bilderwelt. Eine Geistesgeschichte der Kunst, 1959, zu Romano Guardini S. 175 (Zu: Guardini, Vom Geist der Liturgie, Kapitel: Liturgischer Stil) [neu aufgenommen] - [Monographie] - https://books.google.de/books?id=BB6aAAAAIAAJ
  • [1959-000]] Konrad Gatz: Erwägungen zum Raumverständnis, in: Konrad Gatz (Hrsg.); Willy Weyres (Mitherausgeber Buch 1)/Otto Bartning (Mitherausgeber Buch 2), Kirchen – Handbuch für den Kirchenbau, München 1959, Buch I: Katholischer Kirchenbau, S. 83-94 [neu aufgenommen] – [Artikel] - https://books.google.de/books?id=_nkvAAAAIAAJ; zu Romano Guardini:
    • S. 87: „Eben deshalb sollen die Kirchenbauer nicht Einzelzwecke, nicht bloß bestimmte Absichten – der Belehrung, der Formierung, der Stimmungsbeeinflussung usw. – verfolgen, sondern dem entsprechen, daß „es sich hier nicht um Weisen des geistlichen Verhaltens dreht, die nur einem augenblicklichen Bedürfnis genügen sollen, sondern um Bleibendes, das fortwährend Einfluß auf die Seele ausübte (Guardini). So wie es immer gilt, daß der Mensch „in seinem Beten sein volles Leben wiederfinden solle“ (Guardini), so ist auch die Stätte des Gebetes auf dieses volle Leben hin anzulegen.“
    • S. 90: „Was Guardini einmal zu naheliegenden, mannigfaltig bewiesenen Fehlentwicklungen im Liturgievollzug feststellte, kann im übertragenen Sinn auch auf zahlreiche Erscheinungen im neueren Kirchenbau bezogen werden, die letztlich darauf zurückgehen, daß man Formen für das Wesen, Variationen für die Sache selber nimmt: „Es droht die Gefahr, daß sich auch hier das Schöngeisterwesen breitmacht, daß erst die Liturgie gepriesen, dann Stück um Stück ihrer Kostbarkeiten ästhetisch gewürdigt und endlich die heilige Schönheit des Hauses Gottes mit feinschmeckerischer Kennerschaft genossen werde.“
  • [1959-000] Adelgundis Jaegerschmid: Zum Verständnis der Ikonenverehrung, in: Erbe und Auftrag, 35, 1959, S. 276-284 [neu aufgenommen] – [Artikel] - https://books.google.de/books?id=QAoUAAAAIAAJ; zu Romano Guardini:
    • S. 276: „In Lesskows packender Erzählung »Der versiegelte Engel« versucht der fromme Bruder Markus einem Engländer (der gleichsam für den ganzen Westen steht!) das innere Verhalten des einfachen gläubigen Menschen der orthodoxen Kirche zu seinen Ikonen, die für ihn beseelte Bilder sind, klar zu machen. [2 Guardini hält gerade diese russische Erzählung für besonders geeignet, um das Wesen der Ikone erstmals zu erfassen: siehe sein „Kultbild und Andachtsbild“, in: „Gottesdienst, ein Zeitbuch“ 1937]»
    • S. 279: „Es gibt ein Gegenwärtigsein des Dargestellten in seiner Ikone, das eine besondere Weise der Gegenwart und für den Gläubigen der Ostkirche vielleicht vergleichbar ist – aber beileibe nicht identisch – einerseits mit einem unserer Gnadenbilder, andererseits mit der eucharistischen Gegenwart (nur mit allem Vorbehalt ist diese letztgenannte Analogie auszusprechen, wie ja überhaupt in der östlichen Theologie manches fließender und nicht so scharf abgegrenzt ist wie bei uns). Guardini hat in einem Aufsatz (siehe Anm. 2) schon auf diese Eigentümlichkeit der Ikone hingewiesen, die »Kultbild« katexochen ist.[8 „Das Kultbild steht in Fortsetzung zum Dogma, zum Sakrament, zur objektiven Wirklichkeit der Kirche. Man könnte wohl verstehen, wenn der Künstler, der Kultbilder schaffen wollte ... einer Beauftragung durch die Kirche bedürfte (was tatsächlich der Fall ist in der Ostkirche) ... Das Kultbild ist mit der Theologie verschwistert. Im Kultbild setzt sich das Sakrament fort, das »opus operatum« der Gnade. Ihm naht der Gläubige als wie einer heiligen Macht … Im Kultbild setzt sich das „corpus mysticum“ in seiner objektiv-welthaften Struktur fort. Die neue, in Christus sich aufbauende Welt blickt den Glaubenden an, wenn er vor das Kultbild tritt“ (S. 85) …]
  • [1959-000] [Englisch] Benjamin P. Javier: Living Tradition, in: Liturgical Arts, 27, 1959, 2, S. 30-32 [neu aufgenommen] – [Artikel] - https://books.google.de/books?id=vIhTAAAAMAAJ; zu Romano Guardini:
    • S. 31 f.: „Art ist the artist´s word, his poem, his song. It takes all the creative genius, the finest qualities of heart and mind, every depth of an artist´s being, to give birth to his art. For this reason, tradition is indispensable to him. In this spirit, Guardini's words are full of wisdom: " It is an incontrovertible proposition that people who consider a work of art merely from the artistic point of view do it an injustice. Its significance as a composition can only be fully estimated when it is viewed in connection with the whole of life.“[8 Romano Guardini, „The Spirit of the Liturgy“, in: The Church and the Catholic and the Spirit of the Liturgy (translation by Ada Lane), New York, Sheed & Ward, 1940, page 185.] The artist cannot isolate himself; on the contrary, he must add a link to the chain of living tradition: „Beauty means that the essence of an object or action has, from the first moment of its existence and from the innermost depths of ist being, formulated its relation to the universe and to the spiritual world.“[9 Ibid., page 189.] The relation of art to the whole of life is especially displayed in the liturgy, where expression is delicate and sensitive. However, without living, continuous, dynamic tradition to guide him, the artist will not give utterance to the symbolic unity essentially implied in the liturgy. There is a real danger even that he will seek beauty for the sake of beauty, and use the liturgy to reveal his mastery over forms. Here there is first a question of truth in which, through these supreme acts of worship, the superabundance of the divine life is communicated. Liturgy is the flowering of an intense experience in which man approaches God, and God gives audience to man; when this is realized and truthfully expressed, the manifestation of truth is wondrously beautiful. This is Guardini´s concern when he says: „The Church has not built up the Opus Dei for the pleasure of forming beautiful symbols, choice language, and graceful, stately gestures, but she has done it insofar as it is not completely devoted to the worship of God - for the sake of our desperate spiritual need. It is to give expression to the events of the Christian´s inner life; the assimilation through the Holy Ghost, of the life of the creature to the life of God in Christ; the actual and genuine rebirth of the creature into a new existence; the development and nourishment of this life, its stretching forth from God in the Blessed Sacrament and the means of grace, toward God in prayer and sacrifice. All this takes place in the continual mystical renewal of Christ's life in the course of the ecclesiastical year. The fulfilment of all these processes by the set form of language, teaching, and instruments, their revelation, teaching, accomplishment and acceptance by the faithful, together constitute the liturgy. We see, then, that it is primarily concerned with reality, with the approach of a real creature to a real God, and with the profoundly real and serious matter of redemption. There is here no question of creating beauty, but of finding salvation for stricken humanity. Here truth is is at stake, and the fate of the sole and real - yes, ultimately the only real - life. All this is what must be revealed, expressed, sought after, found, and imparted by every possible means and method: and when this is accomplished, lo! it is turned into beauty."[10. Ibid., pages 196-7.] We can and must incorporate the dynamic aspect into our human traditions.“
  • [1959-000] Gordan Paulus: Symbolik des Gotteshauses, in: Erbe und Auftrag, 35, 1959, S. 21-31 [neu aufgenommen] – [Artikel] - https://books.google.de/books?id=QAoUAAAAIAAJ; zu Romano Guardini:
    • S. 27 f.: „Wir erwähnten bereits, daß die drei Sprach-Bilder und Wort-Symbole oder Symbolworte für die Kirche im Neuen Testament nicht adäquat voneinander zu unterscheiden seien. Mit jedem von ihnen sind je die beiden anderen mitgemeint und mitgegeben. Das ist durchaus typisch für biblisches Denken und Vorstellen, das seiner Natur nach weniger logisch-abstrakt als vielmehr symbolisch-konkret beschaffen ist. Guardini macht einmal in einem anderen Zusammenhang darauf aufmerksam, daß wir Heutigen diese Art der Ineinanderschau von Bildern nur noch im Traum nachvollziehen können, ein Hinweis darauf, wie sehr das Traumdenken jener ernsthaften Beachtung wert ist, die es in unserer Zeit erfährt, trotz allem Mißbrauch, der dabei mitunterläuft. So ist die Kirche nicht nur Bau, Tempel und Stadt Gottes, sondern auch Braut und Gattin, - eine Bildverknüpfung, die uns denn doch nicht so ganz fremdartig anmutet, da wir ja auch noch genug mythisch gebunden sind, um einer Stadt etwa weiblichen Personcharakter zu verleihen.“
  • [1959-000] Herbert Schade: Alte Sakralkunst im modernen Wohnraum, in: Stimmen der Zeit, 164, 1959, S. 224-229 [neu aufgenommen] - [Artikel] - https://books.google.de/books?id=8bTNAAAAMAAJ; zu Romano Guardini:
    • S. 229: „Hotels, die auf gepflegte Wohnkultur Wert legen, scheinen kaum ohne eine reiche Ausstattung mit Sakralkunst auszukommen. […] Obwohl diese Häuser geflissentlich die vorher erwähnten Extreme und Mißbräuche vermeiden, läßt sich der Vorwurf eines sakralen Ästhetizismus nicht von der Hand weisen. Es ist eine Entartung, in der nach Guardini „das Religiöse selbst zum Gegenstand des Genusses wird, und jene Verbindung des Religiösen, Ästhetischen und Sinnlichen entsteht, die zum Schlimmsten gehört, was eine dekadente Kultur hervorbringen kann"2.“
  • [1959-000] Willy Weyres: Vom Traditionsbruch zur Erneuerung im Kirchenbau: Die Überwindung des Historismus – Die neuen Baustoffe – Die liturgische Erneuerung, in: Konrad Gatz (Hrsg.); Willy Weyres (Mitherausgeber Buch 1)/Otto Bartning (Mitherausgeber Buch 2), Kirchen – Handbuch für den Kirchenbau, München 1959, Buch I: Katholischer Kirchenbau [neu aufgenommen] – [Artikel] - https://books.google.de/books?id=_nkvAAAAIAAJ; zu Romano Guardini:
    • S. 82: „Die liturgische Bewegung war um 1909 von Belgien ausgegangen und hatte nach dem ersten Weltkriege in Deutschland, durch die Bemühungen der Benediktiner verbreitet, rasch Klerus und Jugendbünde ergriffen. Grundlegend waren vor allem die Schriften von R. Guardini. Der durch diese Bewegung hervorgerufene Wandel in den Vorstellungen vom Kirchenbau ging nur allmählich vonstatten. Er fand seinen Niederschlag in den Veröffentlichungen von R.Schwarz („Vom Bau der Kirche“, 1938)“