Politik und Politische Theologie in Guardinis Ethik

Aus Romano-Guardini-Handbuch
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Politik und Politische Theologie in Guardinis Ethik
von Helmut Zenz

Die Münchener Ethik-Vorlesungen - [Romano Guardini: Ethik: Vorlesungen an der Universität München, aus dem Nachlass hrsg. Von Hans Mercker unter Mitarbeit von Martin Marschall, Mainz/Paderborn 1993. Es handelt sich um zwei Teilbände mit fortlaufender Seitennummerierung. Band 1 enthält die Seiten 1 bis 724, Band 2 die Seiten 725 bis 1277 sowie das Personen- und Sachregister für beide Bände] - können insofern die Brücke über das Lebenswerk bilden, weil aus einem Brief von Kunibert Mohlberg OSB an Guardini vom 13. Februar 1955 hervorgeht, dass diese Vorlesungen einen frühen Entwurf aus der Bonner Zeit um 1922 kennen [Brief von Kunibert Mohlberg OSB an Guardini vom 13. Februar 1955 (Stabi)]. In seinem Brief vom 18. Oktober 1950 an seinen Freund Weiger berichtete er über die Fortschritte bei der Ausarbeitung des ersten Teils seines Kollegs „Elemente der Ethik“. Er habe sich „immer davor gedrückt; das Thema sogar zweimal nach erfolgter Anzeige wieder zurückgezogen. Nun geht es herrlich. Zwei Dinge waren vor allem zu erreichen: einmal zu zeigen, wie die `natürliche´ Ethik nach dem Religiösen hin offen ist – dann, das wirkliche Leben hereinzuholen. Beides ist, denke ich, einigermaßen geraten“[180. Brief vom 18. Oktober 1950, Isola Vicentina, in: Briefe an Josef Weiger, a.a.O., S. 366]. Tatsächlich beginnt er im Wintersemester 1950/1951 mit seiner Vorlesungsreihe “Grundfragen der Ethik”. Er entwickelt sie in mehreren Durchläufen weiter bis 1962. Bis Wintersemester 1953/54 fanden sieben Teile statt. Im Sommersemester 1955 setzte Guardini fort mit der bis Wintersemester 1955/1956 dauernden Reihe “Ethik als Lehre von der sittlichen Aufgabe”, stellte alsbald die Frage nach dem “Ethos der christlichen Existenz” und endete in seinem letzten Semester, dem Sommersemester 1962 erneut mit “Grundlinien christlicher Ethik”. Zumal die Vorlesungsmanuskripte erst posthum ediert worden sind, behandle ich sie inhaltlich gemeinsam mit den Vorlesungen über “Die Existenz des Christen” als Werk zum Lebensende hin.

Editionen vor der posthumen Veröffentlichung

Guardini hat Teile aus der Ethik bereits eigenständig veröffentlicht. Dazu gehören:


Inhaltliche Akzente =

Grundfragen der Ethik in ihrem Verhältnis zur Offenbarung und zum sittlichen Bewusstsein

Kant, Nietzsche und der europäische Nihilismus

Die neuzeitlichen Ausflüchte bei Kant und Nietzsche

Die nationalsozialistische und russische Revolutionen und der europäische Nihilismus

Revolution, Diktatur und Totalitarismus

Die politische Ethik und das Gewissen

Gesamtganzes und Einzelgestalt, Gemeinschaft und Gesellschaft

Person und Wahrheit - Widerstand und Personalität

Kollektivschuld und Kollektivverantwortung

Der Staat als Ordnung von Personen und personalen Beziehungen

Die Gestalt und die Aufgaben des Staates

Die Zusammengehörigkeit von Autorität und Freiheit

Ethische Konvention, ethische Spontaneität und ethische Kritik

Ethische Einzelne und ethische Teams

Vermassung und Maschinisierung

Ethik der Mannigfaltigkeit, der Ordnung und der echten Synthese

Der Einzelne und die Masse im Nationalismus und im "neuem Nomadentum"

Die Höflichkeit als Spiel zwischen Ganzheit und Einzelnem, Bindung und Freiheit

Die verschiedenen Weisen, aus der eigenen Zeit hinauszugehen

Das Recht zur echten Kritik und das richtige Geschichtsbewusstsein

Wahrheit, Toleranz und Politik

Gott ist ein Politikum

Der Fortschrittgedanke

Essentialismus und Existentialismus – Extrempositionen der Heteronomie und Autonomie

Die Polarität von Schweigen und Wort (Sprechen) und die Antithetik von Lärm und Stummheit im totalitären Staat

Reaktionen

Walter Kerber (1994)

Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (1994/1995/1998)

Éric Gaziaux (1995)

Lydia Bendel-Maidl (1996)

Gunda Brüske (1996)

Nestore Pirillo (1997)

Eva-Maria Faber (1997)

Franz von Kutschera (1998)

Bruno Kurth (1998)

Maria Pelz (1998)

Arno Schilson (1999)

Barbara Wittmann (1999)

Joachim Reber (1999)

Nicoletti und Zucal (1999/2005)

Josef Kreiml (2001)

Felix Dirsch (2003/2012)

Marco M. Olivetti (2004)

Dietrich Gottstein (2008)

Karl Baier (2009)

Chan Ho Park (2014)

...

wird noch weiter ausgeführt